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Bämm – ein Battle-Urknall, wenn Erkältungsviren und Immunzellen aufeinander krachen, sich austricksen, übertrumpfen, im Körper das Kommando über- nehmen wollen. Dieser Infektions-Abwehr-Kampf kostet uns bei durchschnittlichen 200 bis 300 Erkältungen zusammengerechnet ungefähr drei Jahre unseres Lebens. Bei dem gnadenlosen Wettkampf ziehen die 200 verschiedenen Viren-Arten und 100 Milliarden Immunzellen so manches geniale Ass aus dem Ärmel. Das aber vom ersten bis zum letzten Tag der Infektion in einem Zeittakt nach Schema F. Simpel berechenbar, fast schon schnarchig. Dann läuft die Nase, dann kratzt der Hals, dann kommt der Husten ... Fein für uns: Forscher der renommierten ("Erkältungs“-Fach-)University of Wales haben daraus eine Punktlandungs-Medizin für die sechs Erkältungsstadien entwickelt.
Mit dieser Phasen-Strategie können grippale Infekte ganz gezielt behandelt werden. Und das ist neu: Sie verhindert sogar effektiv, dass Sie immer weiter in die Erkältungsspirale hinein rutschen. Denn wir werden bislang nicht immun gegen Erkältungs-Viren. Weil sie ständig rasant mutieren und das Immunsystem mit immer clevereren Winkelzüge überlegen austricksen. Doch auch da schiebt die Phasen-Medizin einen sicheren Riegel vor.
Infekt-Phase 1: Am Ausbrüten – Schlapp und müde, das Immunsystem kämpft (Tag 1)
Vor rund zwei bis drei Tagen haben wir uns angesteckt. Weil wir Virus-Tröpfchen eingeatmet haben, oder sie direkt auf den Schleimhäuten gelandet sind. Die Abwehr lechzt nach Starkmacher-Food.
Das machen die Erreger
Wie eine Festung stürmen meist Rhino-, auch Adeno-Viren, die Schleimhäute in Nase, Mund, Rachen. Sie halten sich aber noch bis zu 24 Stunden diskret zurück.
So wehrt sich das Immunsystem
Es fährt hoch, in der Schleimhaut wartet eine Spezialklasse von Antikörpern. In den Zellen darunter patrouillieren B-Gedächtniszellen, Makrophagen, T-Lymphozyten. Weil die Viren sie mit Täuschungssignalen in die Irre führen, muss das Immunsystem doppelt schuften. Der Körper gerät in einen Energie-Alarm.
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Im Keim ersticken Moosbeeren die erste Infekt-Phase. Indem sie die Abwehr mit Mega-Dosen Vitamin C hochfahren: 6-mal am Tag 1 Handvoll essen. Und Granatapfel steckt bis zu 40 Prozent voller Ellagsäure, die unsere Schleimhaut-Zellwände als Erreger-Abwehr-Wall schützt und noch das Immunsystem entlastet. So geht ́s: Täglich 1⁄2 l trinken oder Fruchtfleisch in einen Salat geben.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Der hohe Carotin-Anteil von Kohl im Grünkohl-Sellerie-Saft von 4,1 mg/100 g aktiviert die Immunzellen. Sellerie durch viel Vitamin C. Rezept: 1 kleines Stück Grünkohl, je 1 Stängel Zitronengras, Selleriegrün, Petersilie entsaften. 6 Tropfen Zedernkernöl hinzugeben. 2 Gläser pro Tag trinken.
Infekt-Phase 2: Jetzt geht's los – Der Hals kratzt, der Kopf dröhnt, die Gelenke tun weh (Tag 2 + 3)
Die Schnupfen-Viren akklimatisieren sich noch bis zu einem Tag. Dann ist eine explosionsartige Vermehrung angesagt. Erste typische Krank-Symptome ersticken abwehraktive Mikronährstoffe.
Das machen die Erreger
Weil sie sich nicht selbst fortpflanzen, programmieren die Viren Schleimhaut-Wirtszellen so um, dass sie nur noch Erreger-Bausteine herstellen. Diese basteln sich zu neuen Keimen zusammen, bis die Wirtszelle platzt. Viren-Invasion!
So wehrt sich das Immunsystem
Auf der Viren-Hülle sitzen Eiweiß-Stachel, mit denen sie sich an Zellen heften. Genau an diesen Antigenen erkennt sie das Immunsystem. Es reagiert: z. B. werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Verstärkung anlocken, Fresszellen gleiten durchs Gewebe, Entzündungen entstehen. Die Gefäße weiten sich, die Schmerzschwelle in den Nervenzellen sinkt. Der Kopf dröhnt, alle Glieder tun weh.
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Radieschen-Senföle pushen die Bildung von Entgiftungs-Enzymen, werden so zu Abwehr-Mitarbeitern. Täglich 50 g knabbern. Vitamin K aktiviert die Fresszellen des Abwehrsystems, fördert ihren Appetit auf Eindringlinge. Top: 2 EL Weizenkeime pro Tag unter Joghurt, Skyr mischen.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Rote-Bete-Salat kurbelt das Immunsystem durch den Pflanzenstoff Betanin an. Rezept: 2 Rote Bete-Knollen, 4 Möhren raspeln. 6 EL Leinöl, 1 EL Zitronensaft, 1 TL Honig, Dill, Pfeffer, Salz zugeben. 30 Minuten ziehen lassen. Jetzt jeden Tag essen.
Infekt-Phase 3: Voll verschnupft – Hatschi, die Nase läuft, die Augen tränen (Tag 4 + 5)
Das Immunsystem tut sich immer noch schwer mit dem rabiaten, blitzartigen Überfall-Kommando der Erkältungsviren. Sie sind überall, sogar in den Augen. Das erfordert Immun-Aktivatoren aus der Küche.
Das machen die Erreger
Ihre Fake-Signale hemmen die Produktion von Antikörpern, die wie ein Schlüssel in ihre Oberflächen-Eiweiße passen, sie schachmatt setzen.
So wehrt sich das Immunsystem
Reizen die Viren den Trigeminus-Nerv, produzieren Drüsen- und Becherzellen vermehrt Nasensekret, um die Keime hinaus zu spülen. Der Immun-Reflex Niesen katapultiert sie mit 160 km/h hinaus. Die Augen tränen, um die Keime aus dem Körper zu schwemmen. Und Tränenflüssigkeit enthält den Antikörper IgA gegen die Eindringlinge.
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Vitamin B6 ist Top-Taktgeber für die Produktion abwehrstarker T-, B-Zellen der Körperpolizei, fördert ihre Beweglichkeit. Reichlich in Pistazien. Täglich 1 Handvoll. Blumenkohl enthält neu entdeckte Moleküle, die die lokale Abwehr in den oberen, unteren Atemwegen antiviral stark machen. Täglich 200 g Blumenkohl.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Fliederbeerblätter und -früchte blocken Entzündungen, Schmerzen. Mit den drei Wirkstoff-Gruppen Flavonoide, ätherische Öle, Anthocyane. Rezept: 3 TL fein geschnittene, frische Blätter mit 150 ml Wasser aufbrühen, nach 10 Minuten abseihen. 3 bis 4 Tassen/Tag trinken.
Infekt-Phase 4: Ganz gereizt – Die Stimme krächzt, der Hals kribbelt, der Husten bellt (Tag 6 + 7)
In Nasen-, Mund-, Augen-Schleimhaut startet eine Erkältung durch. Gewinnt die Abwehr nicht die Oberhand, rutschen Rhino-Viren in die unteren Atemwege. Jetzt braucht es einen Bio-Vitalstoff-Kick.
Das machen die Erreger
Sie erobern die Atemwege Etage für Etage, lösen lokale Entzündungen, Schwellungen an Stimmbändern, in Hals und den Bronchien aus.
So wehrt sich das Immunsystem
Auf ihrem Vormarsch stoßen die Viren immer wieder auf die Immun-Selbstreinigung der Schleimhäute. Ihr Sekret hält sie fest wie ein Pritt-Stift, der kräftige Flimmerschlag ihrer Härchen transpor- tiert sie hoch in den Rachen. Sie werden verschluckt, im Säurebad des Immun-Assistenten Magen zerstört. Reizhusten schleudert sie wieder dahin, wo sie hergekommen sind – in die Luft.
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Vitamin B12 in Camembert regt die Abwehr zur Antikörper-Produktion als starker Viren-Schutzschild an. Täglich 100 g Camembert essen. Oder 300 g Magerquark. Vom Immun-Antreiber Vitamin D 2- bis 3-mal in der Woche 2 Eier oder 150 g Thunfisch essen.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Zitronenschalen-Gerbstoffe beruhigen die Schleimhäute, bessern Atemwegs-Entzündungen – wie Koriander-Antioxidanzien: 2 l Wasser mit Schale von 3 Zitronen, 2 EL Koriandersamen, 1 Stück Ingwer (4 cm, in Scheiben) 10 Minuten kochen. Dampf vorsichtig unter dem Handtuch 5 Minuten durch die Nase einatmen. Morgens und abends.
Infekt-Phase 5: Heftig hartnäckig – Der Husten sitzt fest, die Stirn ist warm, der Schweiß kalt (Tag 8 + 9)
Das Immunsystem kämpft an allen Schleimhaut-Fronten in Atemwegen, auch Augen. Fieber setzt seinem Abwehr-Stress noch eins drauf. Was es jetzt benötigt, ist Energie- und Immunpower-Food.
Das machen die Erreger
Sie haben die Schleimhäute so geschwächt, dass sich bei jeder zweiten Erkältung Bakterien in Bronchien, Nebenhöhlen, Mandeln festsetzen.
So wehrt sich das Immunsystem
Gegen diese Doppel-Attacke erhöht es die Körpertemperatur mit dem Gewebs-Hormon Histamin auf fiebrige 38 bis 38,5 Grad. Und der Temperatur-Regler im Gehirn, der Hypothalamus, wird durch biochemische Pyrogene alarmiert. Beides beschleunigt die Blutzufuhr an den Infektions-Orten, weiße Blutkörperchen schlagen härter zu. Adé, Keim-Vermehrung!
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Hafer enthält reichlich die Aminosäure Arginin. Sie erhöht den Leistungs-Level der Abwehr, regt die Produktion des Anti-Stress-Hormons Noradrenalin an. Das strapazierte Immunsystem arbeitet effektiver. Aus Haferflocken, Birne, Apfel, getrockneten Aprikosen, Datteln, Kiwi, Walnüssen, Honig, Orangensaft, Hafer-Milch, Hanföl ein Müsli mixen. Täglich.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Rote Zwiebeln liefern immunaktive, fiebersenkende Isothiocyanate, Allicin. Knoblauch effektive Polyphenole, Sulfide, Adenosin. Zwiebel hacken (5 Minuten ruhen lassen), dünne Scheiben von 2 Knoblauchzehen mit 100 ml Wasser aufbrühen, 20 Minuten ziehen lassen. 1 EL Honig dazu. Stündlich einen großen Schluck.
Infekt-Phase 6: Gute Besserung – Die Erreger sind weg, der Körper repariert, das Immunsystem relaxt (Tag 10)
Selbst nach einer banalen Erkältung braucht der Körper eine Rekonvaleszenz-Phase von drei Wochen. In der räumt er auf, repariert, regeneriert. Bis er wieder der „alte“ ist, braucht er reichlich Vitamine.
Das machen die Erreger
Es gibt ein Rest-Risiko für einen Rückfall, denn einige wenige Viren bleiben noch ein paar Tage im Körper – und aktiv. Solange, bis sie schließlich von Fresszellen geschluckt werden.
So wehrt sich das Immunsystem
An den Infektionsorten verursacht der Kampf „Viren versus Abwehr“ Organ-Störungen und Gewebe-Verletzungen. Sie werden behoben, geheilt. Der Körper befreit sich von Stoffwechselprodukten, Zell-, Erreger-Fragmenten. Das kostet Kraft. Der Energie-Level sinkt.
Phasen-Stopp mit Maß-Ernährung
Die Vitamin-C-Bombe Sanddorn regt durch Flavonoide das Immunsystem an, schenkt neue Kraft. Also jeden Morgen auf nüchternen Magen 1 Glas gemischt mit 1⁄3 Bio-Hagebutten-Saft (Reformhaus) trinken. Mit Milchsäurebakterien regeneriert und repariert Sauerkraut
(5 Gabeln/Tag) das vom Infekt lädierte Darm-Mikrobiom aufs Effektivste.
Dr. Riedls Geheim-Tipp
Avocados sind Top-Energiespender z. B. durch ungesättigte Fettsäuren, Vitamin A, C, D, E, K, Magnesium: Fruchtfleisch einer Avocado zerdrücken. 2 Tomaten vierteln, Fruchtfleisch würfeln. 1 Knoblauchzehe zerdrücken. Von 1 Limette 2 TL Schale abreiben, Saft pressen. Alles mit 150 g Joghurt verrühren. Mit Salz, Cayennepfeffer, 2 TL geriebenem Ingwer abschmecken.
Vorsicht vor diesen 6 Schlimmer-Machern:
Es gibt ein paar Fallen, in die Verschnupfte lieber nicht tappen sollten.
1. Stress
Das Stresshormon Cortisol stärkt bei einem Immunsystem verdoppelt, je Zahl der Entzündungs-Schutzstoffe. Deshalb: Jeden Tag mindestens 45 Minuten entspannen.
2. Leichtes Fieber senken
Bis 38 Grad nicht behandeln – das bremst den natürlichen Abwehr-Beschleuniger aus. Fiebersenker erst ab 39 Grad einsetzen.
3. In die Sauna gehen
An sich pusht er das Immunsystem. Doch bei Erkältung schwächt der Wärme von Hitze und Kälte die Abwehr-Reaktion.
4. Ausschnauben
Lautes Trompeten im Taschen-Taschentuch an beiden Nebenhöhlen. Besser: Sekret hochziehen, schlucken.
5. Schlafmangel
Wenger als sieben Stunden Schlaf eine Nacht senkt die Zahl der T-Killerzellen bis zu 15 Prozent.
6. Ständig Nasenspray
Besser nicht! Nach etwa 12–14 Tagen kann es einen Arznei-Schnupfen auslösen.


